Persönlichkeitstests im privaten Umfeld - Berichte aus der Praxis

Persönlichkeitstest im Privatleben
Persönlichkeitstest im Privatleben
Nicht nur der Beruf bestimmt unser Leben, auch die Partnerschaft und die Art, wie wir unsere Freizeit verbringen, entscheiden über Lebensfreude und -qualität. Im Prinzip können Sie alles testen, was in Ihrem Leben eine Rolle spielt – von der Frage, ob Sie einen Kredit für den Hausbau aufnehmen sollten bis zur Auswahl Ihres Haustieres. Doch gibt es eben Fragen, bei denen sich die Durchführung eines Persönlichkeitstests als dringlicher erweist und solche, bei denen das nicht der Fall ist. Lassen Sie sich also durch die Vielzahl der Tests nicht verwirren – nutzen Sie sie genau dann, wenn Sie das Gefühl haben, allein oder in Gesprächen mit Freunden und Familie nicht weiterzukommen. 4 Beispiele aus der Praxis:

Allgemeine Erfahrungen aus der Praxis

Möglich, dass Sie bereits einen Persönlichkeitstest gemacht haben, ohne dies bewusst zu registrieren. Denn die kleinen Psychotests, die sich in vielen Zeitungen und Zeitschriften finden, gehören ebenso dazu, wie Fragenkomplexe in Ratgeberbüchern. Bei Tests für den privaten Einsatz werden die wissenschaftlichen Regeln selten genau eingehalten. Vorsicht ist geboten, wenn Sie beispielsweise in problematischen Situationen etwas über sich oder die Persönlichkeit Ihres Kindes/Partners erfahren wollen – aus Fehlinterpretationen können dann leicht Fehlhandlungen werden.

DISG-Persönlichkeitsprofil

Zu den bekannteren Persönlichkeitstests, die sich auch für private Zwecke eignen, gehört das DISG-Persönlichkeitsprofil; D steht hier für dominant, I für initiativ, S für stetig und G für gewissenhaft. Das Profil wird auf diese Eigenschaften hin untersucht, wobei diese in ihren Wechselwirkungen sowohl auf das Privatleben als auch auf den beruflichen Erfolg und die Stärken und Schwächen des Probanden hin interpretiert werden. Denn nur selten wird sich ein einzelnes Merkmal als dominant erweisen. Der DISG-Test basiert wie viele andere Persönlichkeitstests auf den sogenannten Big Five, den fünf Persönlichkeitsdimensionen, wie sie unter den Bezeichnungen OCEAN-Modell und NEO-FFI bereits erwähnt wurden. Das Ergebnis benennt dominante Persönlichkeitsmerkmale, Grundbedürfnisse, Stärken und Schwächen des Probanden.

Enneagramm

Eine gänzlich andere Vorgehensweise und Intention als die bisher dargestellten Tests zeigt sich im Enneagramm, das einer Typenlehre gleicht. Neun charakteristische Typen gibt es dieser Lehre zufolge; wer sich einem entsprechenden Persönlichkeitstest unterzieht, erfährt, welchem Persönlichkeitstyp er am meisten entspricht. Dabei wird zugrunde gelegt, dass jeder Mensch theoretisch alle Anlagen der Archetypen in sich verspürt, praktisch aber einen Haupttypus herausgebildet hat. Dieser soll gefunden, akzeptiert und auf diesem Weg die eigene Persönlichkeit gestärkt und ausbalanciert werden. Zu den neun vorgestellten Typen gehören beispielsweise die „Perfektionisten“, die „Künstler“, die „Denker“ oder die „Abenteurer“. Doch sind dies nur plakative Bezeichnungen, die Beschreibungen selbst sind äußerst detailliert.

Myers-Briggs-Typenindikator

Eine wissenschaftliche Form der Typenlehre, die ebenfalls an C. G. Jungs Archetypen anknüpft, findet sich im Myers-Briggs-Typenindikator (MBTI). Der MBTI wird weltweit millionenfach genutzt – in beruflichen Zusammenhängen ebenso wie in privaten. Er testet die Funktionen: Extra- und Introversion, Sensorik, Intuition, Denken und Fühlen. Jeder dieser Bereiche wird als introvertiert oder extrovertiert attribuiert, insgesamt basiert das gesamte Verfahren auf der Setzung von Dichotomien (Gegensatzpaaren). Ziel ist es, die eigenen Denk- und Wahrnehmungsmuster und das daraus resultierende Verhalten sowie die Unterschiede zu anderen Personen besser zu verstehen. Denkstile als Persönlichkeitsmerkmale sind es auch, die mit dem Herrmann-Dominanz-Instrument geprüft werden, das Erkenntnisse aus der Hirnforschung mit Selbsteinschätzungen verbindet.

Potenzialanalyse

Während es bei Persönlichkeitstest häufig um mögliche Veränderungen geht, sind die Typenlehren eher auf Verständnis und Akzeptanz ausgerichtet. Den Mittelweg beschreitet die Potenzialanalyse, die mithilfe verschiedener Tests und Verfahren die Persönlichkeit mitsamt ihren Bedürfnissen, Stärken und Schwächen ermitteln will. Ihr Ziel ist Veränderung im Sinne einer Optimierung des Vorhandenen. Dabei werden sowohl berufliche als auch private Orientierungen hinterfragt und Motivationen, Talente und Stärken zutage gebracht. Eine Potenzialanalyse kann also auch für private Zwecke hilfreich sein, ist aber aufgrund ihres Umfangs und ihrer Komplexität eher als Methode sinnvoll, die von einem erfahrenen Coach in einem beruflichen Kontext durchgeführt wird.

Details über die Test-Verfahren