Persönlichkeitstests für Arbeitnehmer - Berichte aus der Praxis

Persönlichkeitstest für Arbeitnehmer
Persönlichkeitstests für die Karriereplanung
Dass Persönlichkeitstests nicht nur den Unternehmen, sondern auch den Arbeitnehmern helfen sollen, wird im öffentlichen Diskurs nur selten erwähnt. Tatsächlich stehen aber eine Reihe von Tests zur Verfügung, die Arbeitnehmer nutzen können, um die eigenen Fähigkeiten, das eigene Potenzial zu erforschen und so den sprichwörtlichen Blick über den Tellerrand hinaus zu heben. Einige Beispiele aus der Praxis:

Allgemeine Erfahrungen aus der Praxis

Nicht alle Arbeitnehmer schätzen Persönlichkeitstests – häufig wird kritisiert, dass diese zu stark in die Privatsphäre eingreifen oder es wird bemängelt, dass Testergebnis und Stellenprofil in keinem Zusammenhang zueinander stehen. Grundsätzlich sollen Persönlichkeitstests jedoch beiden Seiten Vorteile bringen, sodass sich streng genommen nicht generell zwischen Persönlichkeitstests für Arbeitgeber oder Arbeitnehmer unterscheiden lässt. Doch stehen auch Tests zur Verfügung, die ganz oder teilweise auf die Belange von Arbeitnehmern zugeschnitten sind.

Bochumer Inventar zu beruflich relevanten Lebenskonzepten

Einer dieser Tests ist das an der Bochumer Ruhr-Universität entwickelte Bochumer Inventar zu beruflich relevanten Lebenskonzepten (BIL). Der Fragebogen soll zu einem Instrument des Coachings weiterentwickelt werden, lässt sich aber auch für den „Hausgebrauch“ nutzen. Allgemein geht es um Lebenskonzepte des Probanden, um die Frage, ob Arbeiten und Leben in einem ausgewogenen Verhältnis stehen. Das Ergebnis soll darauf aufmerksam machen, wo sich Schwachstellen zeigen und dazu beitragen, eigene Lebenskonzepte zu hinterfragen und gegebenenfalls zu verändern. Das BIL umfasst rund 200 Items; auf einer sechsgliedrigen Skala bewertet der Proband die Äußerungen als „voll“ oder „überhaupt nicht“ zutreffend.

hr-metrics

Das BIL befindet sich noch in der Erforschung und auch ein anderer Persönlichkeitstest für Arbeitnehmer, der vor allem zur Verhinderung eines Burn-out-Syndroms beitragen soll, ist noch relativ neu auf dem Markt: das Analyse-Instrument hr-metrics. Das Verfahren umfasst gleich zwei Arten von Persönlichkeitstests: den Myers-Briggs-Typenindikator (MBTI) und den Visual Questionnaire (ViQ). Die Testergebnisse werden mit den Anforderungen, vor die eine bestimmte berufliche Tätigkeit den Probanden stellt, abgeglichen. Dabei sollen Möglichkeiten gefunden werden, die „Personen-Job-Passung“ zu optimieren, um ein Burn-out-Syndrom zu verhindern.

Tests zur Berufswahl

Arbeitnehmer, die sich beruflich verändern wollen, können sich ebenfalls mithilfe eines Persönlichkeitstests ihrer Stärken und Schwächen bewusst werden. Diese werden von der Agentur für Arbeit, aber auch von privatwirtschaftlichen Instituten durchgeführt. So bietet beispielsweise die Gesellschaft für Verhaltensanalyse und Evaluation mbH (geva) Tests zur Zufriedenheit im Beruf, zu den eigenen Stärken und Schwächen und im Hinblick auf das gesamte persönliche Potenzial an. Auch spezielle Potenzialanalysen für Fach- und Führungskräfte oder für Mitarbeiter in Verkauf und Vertrieb werden von der Geva durchgeführt. Daneben wären zahlreiche weitere Institute und Freiberufler zu nennen, die Berufstests durchführen, so beispielsweise die Psychologin Felicitas Heyne, die online einen ersten Zugang zu dem von ihr entwickelten iPersonic-Berufstest bietet.

Test für Existenzgründer

Wer sich vor die Frage gestellt sieht, ob er den speziellen Anforderungen einer Existenzgründung gewachsen ist, kann beim Leipziger Institut für Bildung und Forschung e.V. einen kurzen Persönlichkeitstest in Form eines Fragenkatalogs ausfüllen. Die Fragen zielen allerdings weniger auf die Persönlichkeitsstruktur des Probanden; sie erfassen eher dessen finanziellen und familiären Hintergrund, seine Fitness und für das Unternehmerdasein notwendige Kenntnisse. Derselbe kostenlose Test wird auf den Internetseiten des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie angeboten, wo sich auch ein Hinweis auf den Urheber des Fragebogens, Prof. Dr. Heinz Klandt von der European Business School in Oestrich-Winkel, findet.

Details über die Test-Verfahren