Glossar-Eintrag: Intelligenztest

Intelligenztest
Intelligenz ist schwer messbar
Intelligenztests messen kognitive Leistungen, beispielsweise die Fähigkeit zum mathematischen und logischen Denken oder räumlichen Vorstellungsvermögen. Zu den typischen Aufgaben in Intelligenztests gehört das Erkennen logischer Zahlenfolgen und geometrischer Muster, das Benennen von Synonymen und übergeordneten Kategorien, die Beurteilung richtiger und falscher logischer Schlussfolgerungen. Das grundlegende Problem jedoch ist und bleibt, dass Intelligenz nicht klar definiert werden kann. Die Definitionen bilden zwangsläufig ab, was innerhalb einer bestimmten Epoche und/oder einer gesellschaftlichen Gruppierung darunter verstanden wird. Daher kann Intelligenz auch nicht als messbare Eigenschaft einer Person verstanden werden. Messbar ist, in welchem Umfang ein Proband den Vergleichswerten nahekommt oder diese unter- bzw. überschreitet. Als bekanntester Messwert gilt der Intelligenzquotient (IQ), dessen Mittel in der Regel mit der Zahl 100 angegeben wird. Die Abweichungen von diesem Durchschnittswert bezeichnen die niedrigere oder höhere Intelligenz eines Menschen, wobei Abweichungen um bis zu 15 IQ-Punkte noch im Rahmen dessen liegen, was als normaler Wert gilt.

Intelligenztests für die schulische und berufliche Laufbahnberatung

Intelligenztests werden beispielsweise in der Berufsberatung oder in der Schullaufbahnberatung durchgeführt. Von ihren Ergebnissen lassen sich zwar keine gesicherten Voraussagen herleiten, doch ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein hoher IQ auch zu einer höheren Schulbildung befähigt, groß. Auch bestimmte Berufsgruppen sind für Menschen mit hohem IQ eher geeignet als für andere. Gemessen werden kann der IQ eines Menschen bereits ab dem 6. Lebensjahr, gerade in den ersten Schuljahren kann sich der Messwert aber noch stark verändern. Speziell für Kinder und junge Jugendliche wurde der Hamburg-Wechsler-Intelligenztest für Kinder (HAWIK) entwickelt, der in seinen verschiedenen Versionen beständig weiterentwickelt wurde. Gemessen werden Gedächtnisleistungen, logisches Denken, Sprachverständnis und Verarbeitungsgeschwindigkeit; hierfür werden einzelne Werte sowie ein Gesamt-IQ errechnet. Der Wert solcher Tests besteht in der Diagnostik, etwa wenn starke Schwierigkeiten oder Verhaltensauffälligkeiten bei Schülern auftreten, die durch besondere Schulleistungen hervortreten. Generell ist der Einsatz von Intelligenztests für die frühe Erkennung und Förderung von Hochbegabten sinnvoll. Während HAWIK für die Altersgruppe der 6- bis 16-Jährigen konzipiert wurde, wird für Jugendliche ab 15 Jahren, die sich eine Orientierung über ihre beruflichen Perspektiven verschaffen wollen, der Intelligenz-Struktur-Test 2000R (I-S-T 2000R) angeboten. Zum Aufgabenspektrum gehören Rechenaufgaben, Erkennen geometrischer Figuren, Finden von Analogien und Satzergänzungen und Weiteres mehr.

Mensa-Test für Hochbegabte

Mensa
Mensa e.V.
In der Regel werden Intelligenztests von geschulten Psychologen in Kliniken oder Praxen durchgeführt. Einen Intelligenztest, dessen Bestehen zugleich die Voraussetzung für eine Mitgliedschaft ist, bietet zudem der Verein Mensa in Deutschland e.V. (MinD) regelmäßig in verschiedenen deutschen Städten an. Eine Probeversion dieses Tests kann auf den Mensaseiten online durchgeführt werden. Das Ergebnis liefert einen ersten Hinweis darauf, ob sich eine Bewerbung um die Mitgliedschaft und damit die Teilnahme am Mensa-Test überhaupt lohnt: Hier gehts zu Mensa.